Parodontitis Mit Sachverstand
gegen die Zahnfleischentzündung

Ungefähr jeder dritte Mensch in Deutschland leidet unter einer schwächer oder stärker ausgeprägten Form der Parodontitis — gern auch „Parodontose“ genannt. Es ist also keinesfalls übertrieben, sie als „Volkskrankheit“ zu bezeichnen. Die Parodontose ist eine chronische Entzündung des Zahnfleischs. Sie entsteht, wenn sich Bakterien im Zahnbelag durch unzureichende Zahnpflege vermehren und den gesamten Zahnhalteapparat — erst das Zahnfleisch und dann schließlich sogar den Kieferknochen — angreifen. Zahnverlust ist die Folge, doch mittlerweile ist belegt, dass die Parodontitis auch das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes, Alzheimer, Rheuma und sogar Krebs und Frühgeburten erhöht. Mit der Parodontitis ist demnach keinesfalls zu spaßen. Aber mit der Parodontitis-Therapie können wir die Entzündung eindämmen und ihren Fortschritt stoppen.

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Parodontitis-Therapie

gründlich, sanft und langfristig gedacht

Die Parodontitis-Therapie ist eine mehrstufige medizinische Tiefenreinigung und Desinfektion. Dabei werden Bakterien und Beläge entfernt, die tief in den Zahnfleischtaschen sitzen und dort Entzündungen, Zahnfleischrückgang und Knochenabbau verursachen können. Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zur Ruhe zu bringen, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen und Ihre eigenen Zähne möglichst langfristig zu erhalten. Die gesetzliche Krankenkasse sieht dafür ein strukturiertes Behandlungsprogramm vor: Nach einer genauen Befundaufnahme und Diagnostik folgen ein Aufklärungs- und Therapiegespräch, eine individuelle Mundhygieneunterweisung und anschließend die antiinfektiöse Therapie, bei der die Zahn- und Wurzeloberflächen oberhalb und unterhalb des Zahnfleischrandes sorgfältig gereinigt werden. Nach etwa drei bis sechs Monaten wird der Behandlungserfolg kontrolliert; je nach Befund kann eine weitere Therapiephase notwendig sein. Danach beginnt die unterstützende Parodontitistherapie, die den erreichten Erfolg durch regelmäßige Kontrollen, Mundhygienetraining und Nachreinigungen stabilisieren soll.

Ergänzend zum Krankenkassenprogramm können individuelle Gesundheitsleistungen sinnvoll sein, um die Therapie noch gezielter zu unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel eine professionelle Zahnreinigung vor oder zwischen den Behandlungsschritten, eine besonders intensive Biofilmentfernung, Politur und Fluoridierung sowie zusätzliche Beratung zur häuslichen Pflege.

Solche Maßnahmen ersetzen die Parodontitis-Therapie nicht, können aber helfen, bakterielle Beläge besser zu reduzieren, die Mundhygiene zu erleichtern und die Entzündungsfreiheit langfristig zu sichern.

Unser Ziel ist nicht nur eine saubere Behandlung, sondern eine spürbare Stabilisierung Ihrer Mundgesundheit — Schritt für Schritt, verständlich begleitet und abgestimmt auf Ihre persönliche Situation.

01

Befunderhebung

Durch Röntgen stellen wir fest, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist und welche Bereiche betroffen sind.

02

Therapieplanung

Wir besprechen mit Ihnen den genauen Behandlungsverlauf und planen die ersten Termine.

03

Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Wir befreien Sie von sämtlichen bakteriellen Belägen.

04

Medizinische Parodontitistherapie

Zahnfleischtaschen und Zahnwurzeln werden gründlich gereinigt.

05

Nachkontrolle

Wir untersuchen, ob die Reinigung das gewünschte Ergebnis gebracht hat.

06

Zweijährige Stabilisierung- und Nachreinigungsphase

individuell alle drei sechs oder 12 Monate.

07

Lebenslange Kontrolle

Da die Parodontitis chronisch ist, muss in regelmäßigen Untersuchungen sichergestellt werden, dass die Entzündungen unter Kontrolle gehalten werden.

Zahnarzt bei der Arbeit

Ursachen für Parodontitis

Es gibt mehrere Risikofaktoren, die die Entstehung der Parodontitis begünstigen. Wenn Sie diese Faktoren wiedererkennen, ist Vorsicht geboten. Zu den Risikofaktoren zählen:

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  • Bakterien
  • unzureichende Mundhygiene
  • Nischen, Spalten, schlecht sitzender Zahnersatz
  • Rauchen
  • regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Dauerstress
  • hormonelle Einflüsse
  • Übergewicht
  • Mangel- oder Fehlernährung
  • Abwehrschwäche (z. B. bei kranken und älteren Patienten)
  • Grunderkrankungen (z. B. ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus)
Zahnarzt behandelt einen Patienten

Was sind Symptome einer Parodontitis?

Das Tückische an der Parodontitis: Sie bleibt lange ohne wirklich spürbare Symptome. Schmerzen bereitet sie kaum, am ehesten zeigt sie sich durch optische Anzeichen, wie geschwollenes oder gerötetes Zahnfleisch und das aus der Werbung bekannte Blut beim Beißen in den Apfel. Daher helfen nur die sorgfältige und regelmäßige heimische Zahnpflege sowie die halbjährlichen Kontrolltermine beim Zahnarzt, um sicherzustellen, dass der Zahnhalteapparat nicht bereits stark beschädigt wurde.

Warum begünstigt die Parodontitis andere Erkrankungen?

Die Parodontitis, also die chronische Zahnfleischentzündung, stellt eine Abwehrreaktion des Körpers auf das zerstörerische Wirken von Bakterien am Zahnfleisch dar. Im Prinzip trägt der Patient offene Wunden im Mund, durch die Bakterien und Toxine in den Blutkreislauf eindringen und so in den gesamten Körper gespült werden. Auf diesem Weg lösen sie weitere Entzündungsreaktionen aus und beschäftigen das Immunsystem, das so dauerhaft überlastet wird und als Nebenwirkung nicht mehr ausreichend auf andere Angriffe reagiert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen:
Entzündungsstoffe fördern die Arterienverkalkung und die Bildung von Blutgerinnseln und erhöhen somit das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

Diabetes mellitus:
Die chronische Zahnfleischentzündung kann die Insulinresistenz erhöhen und den Blutzuckerspiegel negativ beeinflussen.

Atemwegserkrankungen:
Gelangen Bakterien in die Lunge, können sie gerade bei älteren Menschen eine Lungenentzündung begünstigen.

Rheuma, Parkinson, Alzheimer, Demenz:
Der genaue kausale Zusammenhang wird derzeit noch erforscht, aber Studien deuten daraufhin, dass ein Zusammenhang zwischen der Parodontitis und diesen Erkrankungen besteht.

Krebs:
Chronische Entzündungen können DNA-Schäden auslösen, die ursächlich für Krebserkrankungen sind.

Frühgeburten:
Im Blutkreislauf zirkulierende Entzündungsbotenstoffe können frühzeitige Wehen auslösen.

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FAQ Häufige Fragen zur Parodontitis

Was ist Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Unbehandelt führt sie mittelfristig zum Rückgang von Zahnfleisch und Kieferknochen und langfristig zum Zahnverlust.

Wodurch entsteht die Parodontitis?

Hauptursache sind bakterielle Beläge, die sich zwischen Zahn und Zahnfleisch ansammeln und nicht ausreichend entfernt werden. Rauchen, Stress, Diabetes, genetische Faktoren und eine unzureichende Mundhygiene erhöhen das Risiko.

Welche Symptome treten auf?

Typisch sind Zahnfleischbluten, Mundgeruch, Rötungen, Schwellungen oder zurückgehendes Zahnfleisch. Da die Parodontitis meist schmerzfrei verläuft, wird sie oft zu spät bemerkt.

Wie wird die Parodontitis diagnostiziert?

Durch eine gründliche Untersuchung des Zahnfleischs, Messungen der Zahnfleischtaschen, Röntgenaufnahmen und mikrobiologische Tests lässt sich das Ausmaß der Entzündung exakt bestimmen.

Wie wird Parodontitis behandelt?

Die Therapie erfolgt in mehreren Schritten:
Professionelle Reinigung und Hygieneschulung zur Entfernung aller Beläge.
Schonende Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen und Zahnwurzeln, um entzündungsverursachende Bakterien zu reduzieren.
Es folgen eine zweijährige Nachbehandlungsphase sowie anschließend lebenslang durchgeführte Kontrollen.
Bei fortgeschrittenen Fällen können antibakterielle Maßnahmen, mikrochirurgische Eingriffe oder auch der Knochenaufbau notwendig sein. Ziel ist es, die Entzündung zu stoppen und das Gewebe zu stabilisieren.

Tut die Behandlung weh?

Die Behandlung erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung und ist gut verträglich. Leichte Empfindlichkeiten danach sind normal und klingen meist schnell ab.

Wie lange dauert eine Parodontitis-Behandlung?

Die aktive Therapie erstreckt sich — je nach Fortschritt der Entzündung —über mehrere Termine. Entscheidend ist die anschließende Erhaltungstherapie: regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen im Abstand von 3 bis 6 Monaten.

Kann verlorener Knochen wieder aufgebaut werden?

Grundsätzlich kann Kieferknochen wieder aufgebaut werden. Ob das möglich ist, muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden.

Kann die Parodontitis vollständig heilen?

Nein, denn einmal angegriffenes Zahnfleisch bleibt immer gefährdet und kann sich jederzeit wieder entzünden. Die Entzündung kann aber gestoppt und stabilisiert werden. Mit guter Mundhygiene und regelmäßigen Prophylaxe-Terminen lässt sich ein langfristig stabiles Ergebnis erreichen.

Hat die Parodontitis Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit?

Ja. Studien zeigen Zusammenhänge zwischen der Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Frühgeburten oder Atemwegserkrankungen.

Wer übernimmt die Kosten?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Großteil der systematischen Parodontitis-Therapie, sofern ein Behandlungsplan vorliegt. Bestimmte Zusatzmaßnahmen wie spezielle Keimanalyse oder erweiterte Nachsorge können privat berechnet werden.

Kontakt

Zahnarztpraxis Honnefelder
Inh. Wojtek Honnefelder
Schwertstraße 136
47799 Krefeld

Telefon: 02151 – 31 45 92
E-Mail: info@honnefelder.com

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